Photovoltaik nach EEG/ Post-EEG

Datum

08.02.2021
Vorbei!

Uhrzeit

15:00 - 16:30

edna+ Webinar “Energielogistik als Struktur des künftigen Energiesystems”

Für die Sicherstellung einer unbedingt stabilen Stromversorgung ist eine hierarchische Steuerung unseres immer kleinteiliger und komplexer werdenden Energieversorgungssystems nicht geeignet ist. An deren Stelle muss eine Art Selbstorganisation durch die verteilte Intelligenz aller zu einem umfassenden Energiemanagement Beitragenden treten und es müssen vielfältige Speicherkapazitäten in allen Hierarchieebenen des Gesamtsystems geschaffen werden. Das Ergebnis ist eine als Energielogistik bezeichnete Struktur der künftigen Energieversorgung. Sie ist eine Symbiose der Energietechnik mit der Informations- und Kommunikationstechnik. Ein solches Miteinander entsteht durch das Vernetzen einer Vielzahl von Energiezellen. Das sind Verantwortungsbereiche von ganz unterschiedlicher Ausdehnung und Ausstattung in allen Hierarchieebenen dieses Netzwerks. Darin sind die Energiezellen mittels Energieassistenzsystemen dazu befähigt, Mitverantwortung für ein stabiles und sicheres Energiesystem zu übernehmen. Das gelingt durch ein Orchestrieren ihrer autonomen und gleichzeitig auch gemeinschaftsdienlichen Mitwirkung. Diese Betriebsweise mit der Analogie zu einem Orchester gründet auf einer ständig verfügbaren Information über den Systemzustand als Ganzes und einem Verhaltenscodex für die mitwirkenden Energiezellen. Das führt zum Einklang der äußeren Rahmenbedingungen mit den Anforderungen innerhalb der Energiezellen.

Basis dafür ist eine Energiebevorratung nicht nur für hoffentlich seltene Notbetriebssituationen, sondern für die Mitwirkung beim ständigen Ausgleich von Energiezufluss und Energiebedarf. Dazu ist natürlich auch ein Energieaustausch mit anderen Energiezellen erforderlich. Das muss in Zukunft so einfach sein, wie heute das Roaming in der Telekommunikation. Wir brauchen also einen Umgang untereinander, der dann “Roaming im Energiesystem” genannt werden kann. Wegen der immer begrenzten Energietransportmöglichkeiten muss allerdings durch einen Systemschutz gewährleistet sein, dass das System als Ganzes gegen eine Überforderung des Miteinanders geschützt wird.

Infolge der Vielzahl solchermaßen im Sinne des Ganzen eigenständig, aber durch die Rahmenbedingungen des Gesamtsystem begrenzt handelnden Energiezellen entsteht ein sehr robustes System. Dieses ist gegen störende Eingriffe von außen und störende Ereignisse innerhalb des Systems weitgehend immun und erreicht damit eine hohe Versorgungssicherheit. Das autonome, selbstbestimmte Wirken der vernetzen Energiezellen macht gleichzeitig die Energielogistik auch zu einem “demokratischen” Energieversorgungssystem, in dem verschiedenste Organisationsformen, also auch Bürger-Energie-Gemeinschaften, mit ihren jeweiligen Interessenschwerpunkten ihren Platz und ihr Auskommen finden. Damit werden viele unterschiedliche Sichtweisen zusammengeführt und auf das Ziel der Energiewende fokussiert, damit der Umstieg zu einer Energieversorgung auf der Grundlage solaren Energiezustromes gelingt.

Referent: Dr. Franz Hein, edna-Ehrenmitglied

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