„Das Ende der babylonischen Sprachverwirrung im Energiemarkt“, so lautete die Schlagzeile des Gründungsaufrufs der EDNA-Initiative, der am 23. Dezember 2000 an die Fachpresse verteilt wurde. Knappe vier Wochen später trafen sich in Berlin 20 Softwareunternehmen und Beratungshäuser und hoben die Initiative aus der Taufe. Das Ziel: Die Prozesse der Marktkommunikation in der Versorgungswirtschaft zu vereinheitlichen und die Interoperabilität aller beteiligten Softwarelösungen sicherzustellen. „In spätestens drei Jahren werden wir das umgesetzt haben und können uns wieder auflösen“, lautete die optimistische Ansage von Dirk Heinze, der edna seit damals als Präsident vorsteht. Wie wir heute wissen, war das etwas zu optimistisch …
„Wir machen’s einfach!“ lautete der erste edna-Slogan – in beiden Deutungsmöglichkeiten, je nach Betonung. Und dieser Slogan war Programm: Schon auf der der folgenden E-world im Februar 2001 zeigte edna den ersten erfolgreichen Energiedaten-Geschäftsprozess live auf der Messe und über die gekoppelten Softwaresysteme von acht Ausstellern hinweg. Und das Tempo blieb hoch. Die ersten Projektgruppen wurden gegründet mit dem Ziel, bereits im Sommer 2001 erste Standards für den Austausch von Lastgängen und Fahrplänen vorzustellen. Im Mai fiel dann die Entscheidung, den ersten Prozess auf Basis von EDIFACT-MSCONS umzusetzen, ein Standard, der bis heute im Einsatz ist. Und ganz gemäß dem Slogan „Wir machen‘s einfach!“ zeigte edna schon im folgenden September, dass es funktioniert – in Zusammenarbeit mit dem damaligen VWEW auf der ersten „EDM live“ in Hannover. Auf dieser kleinen Kongressmesse wurde ein Live-Szenario über jetzt schon 19 Softwaresysteme hinweg präsentiert. Die Zahl der edna-Mitglieder stieg zudem auf 35 Unternehmen.
Die live-Szenarien blieben auch in den Folgejahren ein zentraler Bestandteil der Aktivitäten. Denn es ging immer darum, zu zeigen, dass die praktische Umsetzung der Marktprozesse funktioniert, wenn die beteiligten Unternehmen, die sonst im Wettbewerb zueinander stehen, dabei eng zusammenarbeiten. Aus der „EDM live“ wurde so zwei Jahre später die Util-IT, die bereits eine ganze Messehalle in Nürnberg füllte.
Von Anfang an positionierte sich edna nicht als typischer Industrieverband und Lobby für eine einzelne Branche, sondern als übergreifende Interessensvertretung, die sich für das Funktionieren einer marktweiten Infrastruktur stark machte. „Durchgängige und automatisierte Marktprozesse sind und bleiben nicht nur die Basis für einen funktionierenden Markt, sondern sind Voraussetzung für die Digitalisierung der Energiewende. Insofern sind die Themen, die uns bei edna beschäftigen, vielfältiger denn je“, betont Richard Plum, heutiger Geschäftsführer des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation e.V., der 2009 aus der EDNA-Initiative hervorging. Das Erfolgsgeheimnis: Auch heute noch arbeiten Unternehmen, die sonst im Wettbewerb sind, unter dem edna-Dach eng und vor allem erfolgreich zusammen. Das zeigte sich zuletzt bei der Einführung von AS4 oder dem 24-Stunden-Lieferantenwechsel sowie aktuell bei Themen wie dem MaBiS-Hub oder der Entwicklung einer Standardschnittstelle zwischen Niederspannungsleitsystem (NLS) und ERP gemäß § 14a EnWG.
Übrigens: EDNA stand damals für „Energie, Daten, Normen und Automatisierung“. Bei edna wurde dann daraus „Energie, Digitalisierung, Netzwerke und Automatisierung“. Gefeiert wurde das Jubiläum am 7. Mai 2026 in Senftenberg, dem Stammsitz der Unternehmen AKTIF Technology und Meine-Energie, in denen der Mitinitiator und Präsident der EDNA-Initiative Dirk Heinze einst und jetzt als Geschäftsführer aktiv war bzw. ist.